Faxe, Telefonate und E-Mails werden heute vom großen Bruder "Echelon" belauscht. "Echelons" großen Lauschern entgeht offenbar nichts. "Pro Minute werden mehrere Millionen Kommunikationsverbindungen abgehört und abgefangen - das Netz zieht sich über den gesamten Globus".
Nach einem Bericht der EU-Kommission werden systematisch Telefonate, E-Mails, Telexe und -faxe von fünf angelsächsischen Nationen unter Führung der USA abgehört. Damit ist das Szenario eines "Very Big Brother" ist entstanden.
Dabei ist "Echelon" (zu deutsch etwa: Staffel, Stufe) ebensowenig eine neue Einrichtung wie die Erkenntnisse des Berichtes für Insider überraschend sind. Das weltweite Spionagenetz, das von Kanada, Großbritannien, Neuseeland, und Australien mitgetragen wird, war schon 1948 von den USA ins Leben gerufen worden. Damals hatte es seine Lauscher zunächst nur gen Osten gerichtet. Zum Abhören der militärischen Aktivitäten des Ostblocks wurden sechs terrestrische Abhörstationen gebaut - Menmith Hill und Morwenstow in Großbritannien, Geraldton in Australien, Waihopai in Neuseeland, Yakima und Sugar Grove in den USA. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Anlagen neu ausgerichtet. In den vergangenen drei Jahren wurde Echelon reaktiviert und dank des Satellitennetzes verstärkt worden. Glaubt man den Darstellungen der Experten, dann zapft "Echelon" auch die Daten von 25 Intelsat-Kommunikationssatelliten an und übermittelt sie gegebenenfalls über das Netz der Vortex-Satelliten der National Security Agency (NSA) in deren Zentrale in Fort Meade (Maryland).
Dieser bedeutende US-Geheimdienst - auf den allein ein Drittel des für Spionagezwecke vorgesehenen Budgets entfällt - analysiert mehrere Millionen Daten pro Minute. Sie werden per Computer nach Schlüsselwörtern gefiltert, wobei jedes Land seine eigene Liste erstellt: von Drogen über Mafia, Terror und Geldwäsche bis zu Daten über Patente, Verhandlungsangebote oder Umweltschutz-Organisationen. Auch den wirtschaftlichen Schaden durch die Zweckentfremdung der einstigen Militärspionage schätzen Experten im High-Tech-Sektor auf eine zweistellige Milliardenhöhe.
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