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HotJava

Die amerikanische Firma Sun entwickelte HotJava (ftp://ftp.javasoft.com/pub/hotjava) mit und für Java. Sein JavaBean-basiertes Design ist extrem modular und Plattform-neutral, wodurch HotJava auf vielen Geräten und Servern laufen kann. Die Architektur folgt der Sun-Philosophie ""write once, run anywhere"" und ist ein Segen für jeden Software-Entwickler, der die Aufgabe hat Software an die verschiedenen Umgebungen anzupassen. HotJava ist zur Zeit der einzige Alternativ-Browser, der Java vollständig unterstützt (Opera wird folgen). HotJava unterstützt die neueste Java-Version (zur Zeit 1.1) und darüberhinaus schon die neuen Sicherheitsstandards.

Leider ist der Browser immer noch extrem langsam, unter dem Netscape Navigator und der Internet Explorer laufen die Java-Applets wesentlich schneller. Ein Grund hierfür ist, daß es HotJava an einem Just-in-time (JIT)-Kompiler fehlt, ein Programm, das den Java-Codes in Maschinencode übersetzt. Die langsame Ausführung ist nicht nur auf die Java-Applets innerhalb von HotJava begrenzt. Java-Applikationen, einschließlich HotJava, sind so konstruiert, daß sie auf allen Plattformen den Java-Codes innerhalb einer virtuellen Maschine abarbeiten. Und weil HotJava sehr portabel ist, wird er dadurch so langsam, daß HTML-Seiten beispielsweise viel langsamer aufgebaut werden, als bei Opera. Auch das Rollen des Bildschirminhalts geht sehr ruckelig vonstatten, ein Alptraum bei langen Seiten.

HotJava gibt es kostenlos direkt beim Entwickler Sun Microsystems, JavaSoft Division. Benötigt wird ein 486/66, 16MB RAM, 7,5MB Speicherplatz, Windows 95, Windows NT oder Sun Solaris 2.5.

Wenn man die Geschwindigkeit einmal beseite läßt, ist HotJava ein anständiger Browser. Er unterstützt Frames, Tabellen und Farben. Seine HTML-Wiedergabemöglichkeiten verdienen beste Noten. Der Browser akzeptiert Cookies, kennt SSL-verschlüsselte Transaktionen und spielt Audio-Dateien vom AU-Format. JavaScript wird nicht unterstützt, was allerdings im Bedarfsfall eine große Einschränkung sein kann. Nicht schlecht, aber langsam, so lautet das Urteil. HotJava ist ein ausgezeichnetes Beispiel für den Stand der Cross-Plattform-Programmierung. Noch ist HotJava keine praktische Alternative zu dem großen Browsern. Alle, die mit HotJava einmal einen Blick in die Zukunft werfen wollen, können dies kostenlos tun.

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